am 09.04.2026 13:14
am 09.04.2026 13:14
Hallo,
Beim BIOS Update des Notebooks (MD99710) ist bei 53% im Main BIOS der Rechner eingefroren.
Nach Neustart startet er natürlich nicht mehr.
Ich benötige ein 8MB BIOS Dump von einem kompatiblen Rechner (e742x / p764x, D17S).
Danke!
am 14.04.2026 13:17
am 23.04.2026 15:17
am 23.04.2026 15:17
Zwischenstand:
Die Erzeugung eines vollständigen Bios Dumps mit "AFUWINx64.exe bios.rom /O" war nicht erfolgreich.
Die Datei ist kleiner als 8MB.
Gründe gibt es wohl viele dazu:
Version von AFUWINx64
Verwendung von /GAN als Option (die gibt es nicht bei der AFUWINx64 Version vom BIOS Update)
Also Ende der Möglichkeit für ein BIOS Recovery für mich.
Folgt Plan B:
Gemäß dieser Diskussion https://community.medion.com/t5/Notebook-Netbook/Medion-Akoya-P6640-Bios-Dump/m-p/90146
habe ich mir einen SPI Flasher bestellt. Ist inzwischen angekommen.
Erster Schritt Notebook komplett zerlegen um an den Chip zu kommen (er ist nicht sichtbar, wohl auf der Rückseite).
Dann den Chip auslesen.
Ich berichte dann wieder.
am 01.05.2026 21:34
am 01.05.2026 21:34
Hallo @medionRAM66,
vielen Dank für die bislang ausführlichen Beschreibungen. Das ist sehr ärgerlich. Ich kann leider nicht mit einem Dump o.ä. weiterhelfen, da ich keinen passenden PC habe. Ich habe aber erst kürzlich Erfahrungen mit einem SPI-Programmer und Bios-Updates gesammelt, als ich meine Secure Boot Zertifikate manuell updaten musste, da weder ein Bios-Update existiert noch das Windows Update funktioniert.
Ob dein Weg über AFUWIN wirklich fehlgeschlagen war, lässt sich vielleicht so gar nicht sagen, außer ich habe einen Denkfehler. Mit AFUWIN kann man meines Wissens nur die Bios-Region selbst dumpen. Ich kenne jetzt deine genaue Mainboard-Architektur nicht, aber da du etwas von 8 MB geschrieben hast, gehe ich davon aus, dass du ein File in der Größe von 8.192 KB erwartet hast, was einem Full-Dump (also des kompletten SPI-Chips) entsprochen hätte. Bei mir ist bspw. der reine Bios-Dump nur 6.148 KB groß gewesen. Der Rest sind dann noch Descriptor, Intel ME Region, GbE Region etc.
Die Nutzung von Intel FPT ist tatsächlich sehr komfortabel. Man findet das bspw. auf GitHub zum Downloaden. Man muss nur schauen, welche Version man braucht, meist für jede Intel-CPU-Generation eine andere. Das kann man aber gut mit KI lösen, ich kam damit gut durch. Aktuell nutzt es dir nichts, weil dein PC gar nicht mehr hochfährt, aber sobald du alles wieder in Gang gebracht hast, würde ich mir damit auf jeden Fall eine Sicherung erstellen. Allerdings geht das nur, wenn das Mainboard keinen Block drin hat. Sonst kannst du auch damit oft nur einen reinen Bios-Dump erstellen. Bei meinem Medion-Desktop-PC war das glücklicherweise nicht der Fall. Mit Intel FPT konnte man den gesamten Chip dumpen. Zuvor kann man sich auch noch den Chip-Typ sowie die Größe ausgeben lassen. Falls mehrere Chips verbaut sein sollten, würde man auch das sehen. Ich kenne dein Mainboard nicht, aber falls es 2 Chips geben sollte, wäre sogar die Chance groß, dass auf einem ausschließlich das Bios enthalten ist und auf dem anderen der Rest. Dann könnte man mit einem SPI-Programmer vielleicht sogar nur diesen einen Bios-Chip flashen. Ich tippe aber, dass Medion hier nur einen Chip verbaut hat. Das würdest du beim Zerlegen gleich sehen. Man muss nur aufpassen, dass man auch den richtigen Chip findet. Manchmal sind mehrere 8-Pin-Chips auf Mainboards verbaut. Die sehen dann zwar gleich aus, beinhalten aber was anderes. Oft sind es Chips mit dem Aufdruck "Winbond" (= Hersteller). Ist aber kein Muss.
Für die Nutzung des Programmers. Falls du so einen CH341A-Programmer aus dem Internet bestellt hast: Die gibt es ja wie Sand am Meer und entweder in blau oder schwarz. Nachdem du auf dem Mainboard den Chip gefunden hast, würde ich nachsehen, mit wie viel Volt er betrieben wird. Meist 3,3 V oder 1,8 V. Falls du einen 1,8 V Chip haben solltest, brauchst du ohnehin erst einmal einen Adapter für den Programmer. Falls du 3,3 V brauchst, verspricht der Programmer zwar, dass er das kann, aber es gibt im Netz etliche Berichte darüber, dass nicht alle Leitungen auf dem Programmer mit 3,3 V laufen, sondern einige mit 5 V Ausgangsspannung aus deinem USB-Port. Insbesondere wenn du dann am Chip im eingelöteten Zustand arbeitest (wovon ich ausgehe), können Beschädigungen auftreten, weil der Chip nicht für 5 V ausgelegt ist. Falls der Chip Schaden nimmt, ist erst mal komplett vorbei. Du müsstest dann einen neuen Chip kaufen und diesen erst mal auf dem Mainboard einlöten. Im Netz gibt es verschiedene Anleitungen für das Fixen. Viele User schreiben, dass sie das nicht gemacht haben und es auch ging, aber das Risiko muss dann jeder selbst abwägen. Als Fix muss man 2 Kabel selbst anlöten (Anleitungen gibt es viele). Ich habe eine Alternative ohne Löten gefunden: Auf der Rückseite ist eine Leiterbahn zu durchtrennen und es müssen 2 Pins auf der Oberseite des Programmers miteinander verbunden werden. Normalerweise mit einem Jumper. Ich hatte keinen und habe einen Kabelschuh genommen, das geht auch. Ich habe dann alle relevanten Pins durchgemessen und hatte entsprechend 3,3 V anliegen.
Ich bin gespannt, ob du weiterkommst. Je nachdem, was genau passiert ist, wirst du ggf. einen aktualisierten Teil und einen alten Teil in der Bios-Region finden. Ob das dann ohne Weiteres manuell mit einem Hex-Editor behebbar ist, wird spannend. Es muss ja alles blockgenau dort platziert werden, wo es vorgesehen ist, sonst klappt das nicht. Falls dein Chip 8 MB fasst, muss das fertige File 8.192 KB haben. Ich bin kein Experte, daher gerne korrigieren 😉, aber soweit ich weiß: Wenn man mit einem Programmer arbeitet, muss in jedem Falle der Full Dump geflasht werden. Nur die Bios-Region lässt sich mit den üblichen Tools wie NeoProgrammer nicht flashen, da der Programmer den Chip am ersten Speicherblock beschreibt und nicht weiß, wo die Bios-Region beginnt. Daher muss sichergestellt sein, dass dein erstellter Full Dump in allen anderen Regionen schadfrei geblieben ist.
Am einfachsten wäre es wohl tatsächlich, wenn jemand einen Full-Dump bereitstellen könnte. Aber leider hat sich bislang hierzu noch keiner gemeldet. Ein Thema dabei wird aber ggf. folgendes sein: Soweit ich weiß, sind bei OEM-PCs, wie auch bei Medion, die Windows Lizenzschlüssel im Mainboard verankert. Daher muss man bei einem OS-Reinstall auch nie einen Key eingeben und findet auch oft auf den PCs keinen Key-Aufkleber. Wenn man nun einen Full Dump eines Spenders erhält, hat man bei einem Flash auf den eigenen PC erst mal dieses Abbild und damit auch den Key vom Spender. Soweit ich weiß, ist das erst mal nicht dramatisch (da darf man mich aber gerne korrigieren), weil OEMs dafür meist sog. DM-Lizenzen nutzen, die für ganze Serien oder Chargen immer dieselben sind. Das bedeutet, dass Windows erst mal nicht meckern wird, dass es derselbe Key ist. Relevant ist aber, dass hier mit einer sog. Hardware-ID gearbeitet wird, die sich aus Faktoren wie CPU, Seriennummern, TPM usw. ergibt. Das wird nach meiner Info mit den Daten aus der sog. MSDM-Tabelle im Bios-Chip und dem Microsoft-Server abgeglichen. Bei einem Spender-Dump übernimmst du damit dessen MSDM-Tabelle mit dessen Werten. Beim Hochfahren wird Windows dann ggf. merken, dass deine Hardware-ID eine andere ist und vermutlich eine Aktivierung verlangen. Selbst wenn du zuvor dienen Key mit PowerShell ausgelesen hast, kann es sein, dass das nicht klappt, weil DM-Keys nicht für eine manuelle Eingabe vorgesehen sind. Damit alles funktioniert, könnte es sein, dass du die MSDM-Tabelle aus deinem aktuellen Bios brauchst. Das könntest du dann in den Spender-Dump einbauen, damit dein PC korrekt erkannt wird. Eine Alternative wäre natürlich, dass du vom OEM einen Dump mit korrekter MSDM-Tabelle erhältst, aber wie ich das hier aus dem Chat lese, ist das wohl ausgeschlossen. Falls du eine Verknüpfung mit deinem Microsoft Account hattest und eine digitale Lizenz verknüpft hast, könnte das dann auch deine Rettung sein, indem du online die Funktion auswählst, dass du kürzlich deine Hardware geändert hast. Dann kann es sein, dass die Aktivierung ungeachtet dessen klappt, was im Bios geflasht wurde. Microsoft speichert das dann bei sich serverseitig neu ab. Aber das ist auch nur das, was ich mir im Zuge meiner Probleme damals alles durch Lesen angeeignet habe, 100%ig wissen tue ich es nicht. Daher bin ich auch gerne für Klarstellungen dankbar. 😎
Grüße
__Seraph_
am 03.05.2026 13:02
am 03.05.2026 13:02
Hallo @__Seraph_ ,
vielen Dank für diese wichtigen Informationen. Das ist wirklich hilfreich.
Das mit den unterschiedlichen Spannungen habe ich auch schon gesehen. Danke für den Tipp dazu.
Ich hoffe, dass ich kommende Woche endlich mit dem Zerlegen anfangen kann. Zu viele Termine aktuell.
Ich berichte, was ich vorfinden werde 😉
Viele Grüße!
am 04.05.2026 21:09
am 04.05.2026 21:09
Hallo @medionRAM66 ,
ja die liebe Zeit ist oft das Problem... 😑 Ich bin gespannt, ob es bei dir klappt.
Mir ist noch was eingefallen, was es vielleicht nicht einfacher machen könnte: Ich weiß nicht genau, was dein Bios-Update alles beinhaltete, ob es wirklich rein nur das Bios betroffen hat oder nicht noch mehr wie Updates an der Intel Management Engine oder Microcode-Updates für die CPU. Je nachdem, was da im Hintergrund alles ausgeführt wurde und an was es am Ende gescheitert ist, könnte auch das eine Ursache sein, warum der PC nicht mehr hochfährt.
Hier ist noch die Seite, wo ich den "solderless Fix" für den Programmer gefunden habe: Link Mein gelieferter Programmer sah ein bisschen anders aus, aber ich konnte diese besagte Leiterbahn dennoch gut identifizieren. Offenbar gibt es mittlerweile wohl doch noch mehr Versionen. Man muss wirklich alles abkratzen. Die Verbindung an den gelben Pins mittels Jumper habe ich mit einer normalen Flachsteckhülse verbunden. Die kleinste Größe und ein wenig mit der Zange noch zusammengedrückt und das hat perfekt gepasst. Ist jetzt nicht so ästhetisch wie ein Jumper, aber sowas hatte ich nicht mal eben so auf Vorrat rumliegen. Den Kabelschuh kann man in jedem Baumarkt kaufen. Den muss man nur noch um ca. 90 Grad oben abknicken oder abschneiden, weil man sonst den Adapter für den Kabelclip (mit dem man den Chip im eingelöteten Zustand ausliest) nicht aufgesetzt bekommt.
Bezüglich der Treiber: Ich hatte das Treiberpaket genommen, was beim NeoProgrammer V2.2.0.10 in der .zip dabei war. Man kann auch manuell auf die Suche gehen, jedoch gibt es einen parallelen und einen seriellen Treiber. Ich habe daher das aus dem NeoProgrammer-Ordner genommen, weil das funktioniert hat.
Falls die Verbindung mit dem Chip nicht zustande kommt: Ich dachte am Anfang, der Programmer taugt nix. Es sieht zwar meist so aus, als wäre die Klemme richtig drauf, aber es muss wirklich 100%ig exakt ausgerichtet sein. 1 mm daneben ist schon nix mehr. Das ist eine ziemliche Fummelei. Aber im Programm selbst (zumindest bei NeoProgrammer) kommt unten immer ein Fehler, wenn man auf "Detect" klickt.
Falls wirklich gar nichts mehr hilft: Hast du schon mal geschaut, ob es auf den einschlägigen Websites ein gebrauchtes Mainboard gibt oder vielleicht eins mit einem Defekt, wo aber der Bios-Chip noch funktioniert hat? Wenn man das für schmales Geld bekommt, könntest du entweder das ganze Board tauschen (und den Weg über Windows > "Ich habe meine Hardware geändert" versuchen) oder dann zumindest von diesem Chip einen Full Dump ziehen. Man sollte hier aber auf die Versionen bzw. Revisionen achten. Ich hatte damals für 20 € ein Mainboard als Ersatz gekauft (bisher glücklicherweise nicht gebraucht, außer mir eben auch davon einen Full Dump gezogen).
Grüße,
__Seraph_
